Osten an der Oste

Ohne Titel

Fri, 22 Nov 2013 15:50:12 +0000 von Dieter Ducksch

Etwas gekürzter Beitrag von Lasup Brandy in der Ev.Zeitung v. 22. 11. 13 :

Unsere Bestattungskultur verändert sich rasch. Urnenbestattungen nehmen rapide zu, Bestattungen im Wald sind keine Seltenheit mehr, in Kirchen entstehen Kolumbarien. Ich finde: Gegen eine Pluralisierung und gegen Bestattungsformen, die den Bedürfnissen der Menschen gerecht werden, spricht aus christlicher Sicht nichts. Für uns als Kirche sind Seelsorge und Gottesdienst, Begleitung und Trost nicht an bestimmte Bestattungsformen gebunden.

Entschieden eintreten aber sollten wir für eine öffentliche Bestattungskultur. Menschen leben öffentlich. Alle sollen die Möglichkeit zum Abschied und zum Gedenken haben. Wir sollten werben für öffentliche Trauerfeiern – gegen den Trend zur Tabuisierung und Privatisierung des Todes („Beisetzung in aller Stille“). Wir sollten warnen vor dem Trend zur anonymen Bestattung, die trauerpsychologisch oft zu Problemen führt. Ein Grab ohne Pflegebedarf ist auch anders möglich.

Es ist segensreich, dass Kirchengemeinden – oft im Verbund mit anderen – für Trauerfeiern oder Bestattungen sorgen, wo es sonst niemand tut. Wir müssen aber auch politisch qualitative Mindeststandards bei Bestattungen einfordern – auch für mittellose Menschen und solche ohne Angehörige. Menschenwürde endet nicht mit dem Tod. Dafür stehen wir als Christen besonders ein, weil wir unsere Toten über den Tod hinaus bei Gott geborgen wissen.

Hans Christian Brandy, Landessuperintendent in Stade